Samstag, 19. März 2011

"On ne naît pas femme, on le devient."

"Man wird nicht als Frau geboren, man wird es."
Simone de Beauvoir
Man wird ... dazu gemacht?
... von selber so?
Wodurch?  Gesellschaft? Nachahmung? Gene?


... und ist das schlimm?

Kommt drauf an, was man unter Frau sein versteht!
In meiner Generation kenne ich kaum Paare, die tatsächlich klassisch-grauenvolle Rollentrennung betreiben: er arbeitet, sie macht den Haushalt, er kann ja ach so logisch denken, dafür hat die Frau solche immensen Instinkte... etc.

Trotzdem ist wirkliche Gleichstellung durch äußere Umstände oft noch nicht möglich, etwa weil er statistisch gesehen 18 % mehr verdient als sie oder weil geteilte Karenz in vielen Firmen "grundsätzlich natürlich, aber praktisch leider nicht durchführbar" ist

Ein bisschen was zum Nachdenken:

Wenn du eine Frau bist:
- Verdienst du genauso viel wie dein männlicher Kollege?
Ja ja, über Geld spricht man nicht. Wer hat sich das wohl ausgedacht, und warum?!
Lasst euch nicht klein halten. Fragt doch z.b. mal eure (ehemaligen) Studienkollegen des anderen Geschlechts, was sie verdienen/was sie als Anfangsgehalt fordern würden.
Vielleicht werdet ihr erstaunt sein!

-Wollt ihr Heiraten?
Warum?
Wer hat den Antrag gemacht?
Wirst du seinen Namen annehmen?
Wird dich dein Vater zum Traualtar führen und deinem Zukünftigen "überreichen"?
Wirst du seinen Namen annehmen?
Wie werden dann eure Kinder heißen?

- Habt ihr ein Auto?
Wem gehört es?
Wer fährt?
Wer fährt besser?

- Haushalt?
Wer wäscht?
Wer wechselt die kaputte Glühbirne aus?

-Emotionen
Wer weint öfter?
Wer verhält sich wie in Streitsituationen?

***


Hm, und ich?
Als Kind hatte ich Puppen und Matchbox-Autos. Eine Zeit lang wollte ich ein Bub sein, genauer gesagt Robin Hood. Mittlerweile bin ich gerne eine Frau, aber vor allem, weil ich glaube, dass das innerlich überhaupt keinen Unterschied macht. Mein Freund hat längere Haare als ich. Haushalt hassen wir beide (aber er machts dann doch). Das Auto gehört ihm und er fährt auch besser. (Weil er ohne nicht in die Arbeit käme und deswegen viel mehr Übung hat als ich notorische U-Bahnerin). Keiner von uns fällt beim Anblick fetter Babies in Verzückungsschreie. (Er aber bei Hunden, nicht zwangsweise fetten)
Nächstes Jahr werden wir heiraten (nicht kirchlich), weil ich ihn liebe und es ihm viel bedeutet. Bez. Namen bin ich sehr unschlüssig. Ich glaube jeder behält einfach seinen eigenen.


Ich bin der festen Überzeugung, dass es das "Feindbild Mann" nicht gibt. Wogegen wir kämpfen sollten, sind veraltete Gesellschaftstrukturen, sowie Männer und Frauen, die sich gegenseitig bremsen.




Sa, 19.3.11- Demo für Frauenrechte am Wiener Ring, Beginn 13:45 Uhr.

Foto © zwanzigtausendfrauen.at | Magdalena Frey

Weitere infos: http://zwanzigtausendfrauen.at

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