Dienstag, 30. August 2011

Was seh ich da - umweltfreundliche Bioverpackung?

Seit Ewigkeiten nervt der perverse Plastikgeilheit der Bioindustrie. Keine Banane, Avokado, Tomate, Gurke, die nicht in Hülle und Fülle in Plastik eingewickelt ist. Und warum? Um das Biogemüse vor dem Traditionellen zu "schützen". Und für den Transport, darf sich ja nichts vermischen, hm. Trotzdem ein wenig kontraproduktiv, nicht?

Und was seh ich letztes Mal im Supermarkt? Die Verpackungen am Biostand sehen irgendwie anders aus – ja, da ist was draufgedruckt. Was steht da? "Bio in Hülle und Fülle."

Aha.


Und das heißt?
Kleingedruckt ist zu lesen: 

Folie aus Holz:
Die von Ja! Natürlich verwendete Zellulosefolie besteht fast zu 100 % aus Holz. Das verarbeitete Holz stammt aus garantiert FSC (Forest Stewardship Council) zertifizierter Produktion. Das bedeutet, dass der Wald - aus dem das Holz stammt - nach hohen ökologischen und sozialen Standards bewirtschaftet wird. Konkret heißt das: Naturnahe Waldwirtschaft (Verzicht von chemischen Pestiziden, Schützen von Wildbeständen), Naturschutz im Wald (Rücksichtnahme auf gefährdete Tier- und Pflanzenarten) und Soziale Bewirtschaftung (lokale Arbeitskräfte).

Entsorgung:
Entsorgt wird die Zellulosefolie mit dem Bio-Müll oder über den Hauskompost, wo sie sich unter optimalen Bedingungen innerhalb weniger Wochen rückstandsfrei zersetzt. Beim Verrotten der Folie wird nur jene Kohlendioxid-Menge freigesetzt, die die Bäume während der Wachstumsphase aufgenommen haben.

"Plastikfolie" für den Biomüll also? Hört, hört!

Mal sehen, wie das weitergeht! Mehr darüber gibt's auf der Webseite der Biomarke Ja!Natürlich zu lesen – hier.

Und wo wir schon bei guten Neuigkeiten sind – vergesst nicht auf den dieswöchigen "Was Schönes"- Mittwoch

Kommentare:

  1. Cool! Na, das nenne ich doch mal einen schönen Fortschritt!
    Mal sehen, wann wir hier sowas bekommen.

    Lieben Gruß
    Kris

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  2. bei uns heißt die Rewe-Eigenmarke "ja!", dachte erst du meinst die. ich mein ja obst und gemüse kann man auch in normalem papier oder netzen verpacken. aber eigentlich brauchts das gar nicht, schließlich haben die ihre eigenen verpackungen; auch schale genannt :-)

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  3. Kris: Ich hoffe, das schlägt ein udn springt bald überallhin über!

    Mausflaus: Hm, weiß nicht, bei uns ist Ja!Natürlich schon auch die Merkur/Rewe Marke, glaub ich. Das mit der Zusatzverpackung erklären sie eben so, dass gemeinsam mit konventionellem Gemüse transportiert wird. Aber naja, eine perfekte Lösung ist es natürlich trotzdem noch nicht!

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  4. Die Verpackung brauchen die auch, weil das konventionelle Zeug extra behandelt wird, damit es den Transport übersteht. Aber dass die nun endlich mit einer gescheidten Folie (das Zeug gibts schon länger, nur benutzen tut es keiner) um die Ecke kommen ist sehr erfreulich! Ich finde für die Vergabe der ganzen "bio"-Siegel sollte die auch eine erheblich Rolle spielen.

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  5. Hallo, super interessante Artikel. Irgendwo hatte ich gelesen, dass es in Deutschland 2011 fast 12 Mio. Tonnen Kunststoffe verarbeitet wurden . Quasi 35 Prozent waren Verpackungen. Nachhaltige und trotzdem sehr stylische Produkte können angeboten werden, wie Trinkflaschen und Brotdosen aus Edelstahl und Glas, statt aus Plastik und Aluminium. Darum habe ich mich um WeGreen engagiert. WeGreen bietet die Möglichkeit Produkte zu finden, deren Herstellung weder der Umwelt noch anderen Menschen unnötig Schaden zufügt.

    Filpe

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