Sonntag, 8. Januar 2012

Mal wieder vegan auswärts...

... was ja immer so eine Sache ist. Vor allem für jemanden mit sozialen Hemmungen. Dauernd KellnerInnen zu erklären, was ich jetzt will und ob da nicht doch dieses oder jenes drinnen ist: gräßlich.



Aber manchmal trau ich mich doch drüber. Heute war ich mit A. in einem Lokal, das, obwohl omnivor, eigentlich als Nummer sicher gelten würde. Es gibt dort nämlich einen großartig gewürzten Salat mit Tofustückchen. Das Dressing ist unglaublich! Und in den momentanen Speiseplan mit viel Rohkost hätte es auch gepasst. Seit Tagen freue ich mich darauf, und was ist?

"Tofusaldldrrraus."

Ein Kellner erklärt mir in nicht besonders erfolgreichem Deutsch, das der Tofusalat leider aus sei. Wäre aber der einzige, der ausgegangen wäre. Leider auch der einzig Vegane.

Während A. sich für den Veggieburger entscheidet, habe ich in meiner Not dann Folgendes zusammengestellt: Bruschetta (Weißbrot mit Tomaten) und einen Rucolasalat. Nicht ideal, aber es geht in die richtige Richtung.

Na gut, ich (die Schwierigkeiten hat, mit Menschen zu sprechen)überwinde mich, den Kellner (der Schwierigkeiten hat, Menschen zu verstehen), nach dem Dressing des Rucolasalates zu fragen. Er versteht mich nicht. "Essig und Öl," deute ich Aktivity-reif,und er nickt. Schön.

Kam auch so. Nur leider mit mit Käsestreifen drüber.
Bittewas? Auf einem Beilagensalat? Muss man denn an alles denken, waaahhh!
Glücklicherweise wird nichts verschwendet, wenn man mit einem Vegetarier unterwegs ist.

Und morgen esse ich wieder zuhause.

Apropos soziale Kompetenz: ich habe mir einen Facebook-Account angelegt, um für des nächste vegane Vichteln oder jetzt für des Crazy Sexy Detoxen gerüstet zu sein.
Wer mag (und sich jetzt noch traut), kann mich gerne adden! -> Elana Grün

Kommentare:

  1. Oh das ist so gemein, ich hasse solche Situationen: da denkt man, man hätte alles toll gemeistert, und dann ist was völlig unerwartetes nonveganes dabei!
    Vor ein paar Wochen während eines Workshops mit toughem Zeitplan wurde telefonisch für alle aus ein paar Speisen per Handzeichen vorbestellt, damit wir nur rüber ins Lokal mussten zum essen. Der Salatteller, den ich bei Ankunft mit großem Tamtam noch "ausnahmsweise" ohne Dressing bekam, war getoppt mit 5 (!) Fleischpflanzerln und irgendetwas zwischen Pressak und Wurst, wobei mir sogar früher der Appetit vergangen wäre. Und dafür hab ich dann (die am liebsten das selbst eingepackte Vollkornbrot gegessen hätte) 14,50 Euro gezahlt! Das war mit Abstand das furchtbarste "vegan essen gehen".
    Bei mir ist das mit den Extrawünschen beim Bestellen so: mit den Bedienungen zu reden und nachzufragen etc. stört mich eigentlich nicht, aber ich möchte immer möglichst vermeiden, dass das in der "Bestellrunde" so auffällt. Das Ergebnis ist dann in der Regel dieses: ich bestelle zu leise und durch die Nachfrage und das nochmal extra, lauter bestellen bekommt es dann erst Recht noch jeder mit! Tja. Ich arbeite dran :-)
    Sieht aber ganz lecker aus, dein Essen da oben!

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    1. Oh, das kenn ich. Aus irgendeinem spitzen auf einmal alle die Ohren, wenn der Kellner die Bestellung beim ersten Mal nicht versteht und nachfragt. Übel!!!
      Dein Geschäftsessen klingt ja auch nach Alptraum. Hoffentlich klappts beim nächsten Mal besser.

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  2. Ich habe ettliche Male solche Schnitzer erlebt. Beim Italiener des Öfteren. Obwohl ein Nudelgericht ohne Parmesan in der Karte stand und einige der Pastagerichte mit Parmesan ausgewiesen waren (da denkt man ja, wenn dies bei anderen Gerichten dazuschreiben, ist es in dem bestellten nicht dabei, wenns nicht da steht), bekam ich trotzdem eine ghörige Portion drübergestreut, sodass ich hätte noch nicht einmal ausweichen können. Jetzt frage ich immer vorher nach, ob auf den Nudeln etc. Käse sei und werde komisch angeschaut. Meistens schiebe ich eine Allergie vor, dann ist garantiert nichts drauf. Ich habe schonmal erlebt, dass "aber nur ganz wenig" Käse auf ner Pizza war, die ich mit der vegan Erläuterung bestellt hatte. ;-)
    Beim Araber das Gleiche. Gericht von der Karte bestellt, dass vegan war und schwups war eine ghörige Portion Joghurtsauce über meinen Bohnen, obwohl das nicht in der Karte vermerkt war. Ich möchte allerdings auch ungern vor versammelter Essensmannschaft dem Kellner erklären, was mein Essen alles nicht beinhalten soll. Ich bewege mich in 99% omnivoren Kreisen und die halten mich was Essen angeht eh schon für verrückt. :-(

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    1. Oh ja, du sagst es. Und wenn es dann schon mal drauf ist, ist es ja auch wieder blöd. Weil wenns weggeschmissen wird ist das Joghurt verwendet und verschwendet auch gleich! Bei Fleisch würd ichs aber trotzdem zurückgehen lassen.
      Das mit dem "nur ganz wenig Käse" find ich süß, hatte ich auch mal, bei einer Hochzeit. Da war auch von irgendwas tierischem "nur ein bisschen" in der Suppe, "wegen dem Geschmack".

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  3. wenn er wirklich "aus" gewesen wäre, wär ja schon, das würde ja heißen dass den total viele bestellt haben. aber wahrscheinlich haben sie einfach nur verbaselt ihn vorzubereiten bzw. er wird so selten nachgefragt, dass er nur noch so auf der karte steht.
    ich frage meistens explizit nach, ob auf dem salat noch IRGENDWAS ANDERES, als auf der karte steht drauf ist, dass hört sich leider ein bisschen nach "und das sind wirklich nur trockene salatblätter" an, aber wenigstens habe ich dann eine bestätigung. wobei mir dann auch schon passiert ist, dass die antwort war, da wären noch croutons drauf; die könnten mir aber auch einen ohne machen; und letztlich waren dann doch welche drauf.
    ich find essen gehen deswegen auch total lästig. und vegetarisch/vegane restaurants gibts hier leider gar nicht...

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    1. Der Salat ist auf Spinatbasis, und der war anscheinend aus. Ist jetzt unklar, wofür er aufgebraucht wurde.
      Deine Methode mit dem Nachfragen klingt gut, vielleicht gewöhne ich mir das auch an. Dann wiederum denke ich mir, es wäre nicht schlecht, wenn wir alle mehr explizit fragen würden, ob etwas vegan ist, denn auch wenn der Kellner zuerst nicht weiß was es ist, dann leitet er doch vielleicht nach dem zwanzigsten Mal dem Chef weiter, dass viele Menschen jetzt nach veganen Alternativen fragen, und man vielleicht die Speisen besser kennzeichnen sollte, oder vielleicht sogar etwas Neues ins Sortiment aufnehmen.

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