Dienstag, 12. Juni 2012

Warum heiraten?!

Warum heiraten, ist heiraten unfeministisch und was-denkt-die-sich-eigentlich-dabei?
Zum Auftakt des Hochzeitsmonats die grundlegenden Fragen. Ich, Braut?! Wer hätte das gedacht.

Ich muss kurz ausholen:

Ich bin nun fast 27 Jahre alt. In der Pubertät aufs Land gezogen, eine Mädchenschule besucht; Schwerpunkt Pädagogik und Erziehung. Biologielehrer, lieber Kerl, guter Mensch. Zählt die Antwort, die Welt wäre von Gott erschaffen, beim Test nicht als falsch.
Umgeben von von Einfamilienhäusern und Träumen, die nicht meine sind.

Ausgebrochen.

Stadt, Lichter, Freiheit.
Nacht, Blut, Musik. Ihr kriegt mich nicht.

Feminismus war immer ein Thema; mich verstehen, die Welt verstehen. Von ganzem Herzen für das Gute, aber nichts als Verachtung für das Liebliche, das Brave. Alte Muster, immer ein Kampf gegen mich selbst. Offene Beziehung, meinJobmeineWohnungmeineFreiheit.

Anfallsartig schlechtes Gewissen; darf ich das? Nähen, Kochen, Nägel lackieren? Bediene ich nicht schmerzhaft "klassisch weibliche" Klischees? Wird es relativiert wenn ich nebenbei Nationalspieler aufzählen kann? Philosophie studiere? Einrad fahre?

Immer auch eine Faszination für das Morbide, das Hässliche. Nie gemischt, immer gespalten.
In meinem Rundumschlag gegen die vorgelebte Welt meiner Jugend immer hin- und hergerissen zwischen Soll sein und Ist.

Mit der Zeit bin ich friedlicher geworden. Das heißt nicht, dass ich mich, mein Verhalten und meine Umwelt nicht hinterfrage. Dass es nicht viel zu tun gibt.

Aber ich kann Stricknadelklappern oder ihn Autofahren lassen, ohne dass ich mich als Verräterin "der Sache" fühle. Meistens.

Und dann kam der Antrag. Hinter mir funkelte der Eifelturm, vor mir mein Freund und meine Augen wurden immer größer. Wir verbrachten den Heimweg damit zu erläutern, worauf wir achten müssen, um nicht still und heimlich nach HundKindVorstadthaus zu rutschen.

Das klingt unromantisch, war es aber gar nicht.

Mein Freund ist mein bester Freund, klug, aus tiefstem Herzen gut, und ich liebe ihn. Sehr sogar.
Er mich auch; bei unserem ersten Treffen kämpfte er sich für mich durch eine Gruppe Hooligans und seine Loyalität ist seitdem eher noch gestiegen.
Für ihn bedeutet Hochzeit viel, ein öffentliches Ja zueinander, ein Ja zu mir mit allem drum und dran.

Für mich war heiraten nie der Plan, nein; falsch, nie etwas, über das ich nachgedacht habe. Fakt war: ich will mit ihm zusammen bleiben. Keine Urkunde, kein Stempel nötig.
Aber je mehr ich darüber nachdenke, und je mehr ich mitbekomme, was es für ihn bedeutet, desto mehr  kann ich es nachvollziehen und desto mehr bedeutet es mir selbst.

Wir haben beide einen Elternteil pflegebedürftig werden sehen. Was "in Guten wie in Schlechten Zeiten" bedeutet kann. Wir sind keine vernebelten Idioten, die sich alt werden romantisch vorstellen.

Trotzdem vor den Standesbeamten zu treten und nach bestem Wissen und Gewissen ein "für immer" zu Versuchen, ist eine große Sache. Und ich bin kein bisschen unsicher, ich weiß: ja.

Bei unserer Hochzeit behalte ich meinen Nachnamen. Mit ihm verheiratet, aber ich.

Ich bin mit einem wunderbaren Mann zusammen als gleichwertige Partnerin, weil ich ihn liebe und nicht, weil ich ihn (finanziell, gesellschaftlich) brauche. Das ist auch für ihn ein Vorteil, er weiß: alles echt, alles ernst.

Wie gesagt, ich liebe meinen Freund. Wenn ihm was passieren würde, könnte ich nicht mehr atmen vor Schmerz. Wenn er eine Niere bräuchte, würde ich sie ihm ohne Zögern spenden.

Liebe verständnislose Bekannte: ein gemeinsame Nachname ist nicht das Fundament einer glücklichen Beziehung. Und ja, sollten (!) wir mal Kinder haben, werden wir nicht alle gleich heißen. Natürlich sind wir trotzdem eine Familie; weil wir uns entscheiden, eine zu sein. Der Mann, der sich durch die Hooligans drängte, hieß auch nicht wie ich.

Die Kommentare gewisser FreundInnen halte ich aus, mal besser, mal schlechter.

Auch wenn die nächsten Artikel leichtherziger werden, Sommerparties, Sektkorken und Cupcakes beinhalten, bedeutet das nicht, das hinter all dem nicht etwas viel Größeres steht. Und ja, ich will.


via 

Kommentare:

  1. Ein wunderbarer Text - ich kann dich voll und ganz verstehen! Ihr macht das genau richtig. Ich wünsche euch alles Gute! (:

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    1. Wer hätte gedacht, dass das jemand tatsächlich bis zum Schluss durchliest, danke!

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    2. Dochdoch, durchaus!
      Und ich fand ihn beeindruckend. Jemandem, der mit solche einem Hintergrund heiratet, kann ich mal ernstgemeint Glück wünschen (bei den meisten Hochzeiten sag ich "herzlichen Glückwunsch" und denke: "Ja, Leute, Ihr braucht wirklich Glück, wenn das was werden soll")

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    3. Chrzzz... das ist eine guter Gedanke! ;D

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  2. So schön, so schöööön! Natürlich muss man diesen Text bis zum Schluss lesen :-) Ich freue mich, dass ihr euch gefunden habt.
    Und nur ihr seid wichtig, eure Vorstellung vom Glück. Lass dir von niemandem etwas vermiesen, und bleib am besten immer so toll, so eigensinnig, so poetisch und liebevoll wie die Frau, die diesen Post geschrieben hat :)

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    1. Vielen Dank fürs Lesen und für dein Kommentar, das ist ein ganz tolles Kompliment.

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  3. Obwohl ich ein absoluter Gegner von Heiraten bin, habe ich den Text gelesen... jaha bis zum Schluss. Ich war ja eigentlich froh dem ganzen Heiratswahn hier entkommen zu sein. Nun steht der Kinderwahn an.

    In vielem habe ich mich wiedergefunden. Außer das mit der Stadt. Ich liebe das Landleben.

    Für mich ist es richtig ein Versprechen zu geben auch in einem rituellen Rahmen, aber ich mag mich nicht durch eine Unterschrift an Regeln des Staats binden. Das wiederstrebt mir sehr. Ich habe bis jetzt den Vorsatz das nur zu machen, wenn es irgendwas mit Auswandern und unterschiedlichen Nationen zu tuen hat.

    Ich finde nicht dass man nicht mehr feministisch sein kann, nur weil man Nägel lackiert und strickt. Es geht um das was man vom Leben erwartet und auch durchzieht. Gängige gesellschaftliche Vorstellungen durchbrechen. Wie z.B. durch den Nachnamen. Leider gibt es wenig Männer, die mit einer unabhängigen Frau klar kommen. Da hast du großes Glück. *ein bisschen neidisch bin*
    Lass dir von niemandem was einreden. Ich wäre sogar so knallhart und würde den Leuten sagen, wenn sie was dagegen haben, brauchen sie nicht zur Hochzeit kommen.

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    1. Ha - Kinderwahn! Sollte das mal aktuell werden, wirft es mich wahrscheinlich völlig aus der Bahn. Oder ich sitze bis dahin gediegen in einem Ohrensessel, völlig im Reinen mit mir und der Welt und kein Zweifel kommt auf.
      Aber wohl eher nicht. ;)

      Die Sache mit den klischeehaften Hobbies will ich vielleicht nochmal extra thematisieren, aber darüber muss ich noch mehr nachgrübeln.

      Bez. Nachnamen: es ist jetzt nicht so, dass ich es "extra" machen will, um der Welt zu beweisen, dass sie und ihre Konventionen mich mal können (obwohl das als Nebenbei-Statement vielleicht nicht verkehrt ist), aber die Frage kam auf, ich habe mich entschieden und gut ist.
      Mein Umfeld ist jetzt auch nicht bösartig mir gegenüber, sie reden halt. Ziehen die Augenbrauen hoch und kommentieren: "Also *ich* würde ja nie..."

      Aber müssen sie ja auch nicht... ;)

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    2. So habe ich das auch nicht aufgefasst mit dem Nachnamen. Sondern so wie du geschrieben hast. Es fühlt sich richtig an und du ziehst es trotz Gegenweind durch ohne dich beirren zu lassen. Dinge die man rein aus Trotz tuen würde können nicht richtig sein.

      Dann hast du ja Glück, dass die Kommentare nicht so schlimm sind.
      Hier haben mehrere Männer (mein Bruder eingeschlossen) die Namen der Frauen angenommen. Meine Eltern waren total geknickt.
      Das wird sogar von der jüngeren Generation kommentiert, die längst über sowas erhaben sein sollte.
      Jetzt hofft meine Mutter, dass mein zukünftiger das auch macht, weil ich die letzte mit unserem Nachnamen bin.
      Aber ich gelte ja eh schon als alte Jungfer.
      Mit 30 ohne Partner und kinderlos, das ist schon fast ein kleiner Skandal.
      Ich versuche das Leben zu nehmen wie es kommt, aber die Welt versucht mir ständig reinzureden und Zukunftspläne zu machen in denen imaginäre Personen wie Partner und Kinder vorkommen.

      Auja... Klischeehafte Hobbies sind fein. Ich find nicht, dass Emanzipation und Feminismus mit Verzicht einhergehen sollte. Das totale Ablehnen des Weiblichen nur um die Männer zu ärgern, ist albern. Frauen und Männer sind nunmal unterschiedlich und werden in gewissen Belangen nie gleich werden.

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  4. Ein wunderschöner Text! Man spürt die Liebe förmlich!
    Ich wünsch euch von ganzem Herzen, dass sie euch für immer erhalten bleibt!

    Ich bin, was das Heiraten betrifft, etwas zweigespalten. Ich wollte mal unbedingt heiraten, weil ich wollte, dass wir den gleichen Namen haben...ein Wir sind.
    Heute denke ich, dass es dazu weder den gleichen Namen benötigt noch eine Hochzeit.
    Trotzdem glaube ich, wenn es einem von beiden so wichtig ist, dann schadet es zumindest nicht.

    Lieben Gruß
    Kris

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    1. Hi Kris, danke für deinen Kommentar! Ich glaube auch, dass es das alles nicht braucht, aber wie du sagst, wenn es was bedeutet schadet es auch nicht.
      Und ich verstehe das "Wir" -Gefühl grundsätzlich. Ich habe die Standesbeamtin gefragt, ob man auch gemeinsam einen neuen Namen annehmen kann.
      Mein Freund ist nebenbei ein bisschen verfallen, aber ich fänds lustig. ^^

      Bei euch ist es wahrscheinlich auch organisatorisch gut, oder? Also, mit Kindern, wer die von wo abholen darf, etc. Da hilft es vielleicht auch, "Familie XY" zu sein.

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    2. Ich glaube, das ist letztendlich egal. Hier werden eh die meisten Kinder von Oma und Opa abgeholt.
      Aber sollte mal einem von uns was passieren ist es vielleicht ganz praktisch. Wobei man auch sowas ja alles klären kann durch Testamente und Patientenverfügungen...man müsste sich nur mal drum kümmern.
      Heiraten war da irgendwie unkomplizierter.

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  5. Hallo Elana, ich habe den Text auch bis zum Ende gelesen, aber ich finde ehrlich gesagt, es klingt alles ein bißchen angestrengt. Du bist noch jung, du hast noch keine Kinder, vielleicht unterscheiden sich deine Ansichten deshalb von meinen. Ich habe meinen Mann aus Liebe geheiratet, wir haben schon so unendlich viel erlebt miteinander, wir sind Seelenverwandte. Ja, ich bin eine kitschige Romantikerin. Und ich bin keine Feministin, weil ich, naiv wie ich (immer noch) bin glaube, dass Männer und Frauen unterschiedlich sind, und dass das auch gut so ist. Natürlich lackiere ich mir die Nägel, wenn mir danach ist. Und wenn nicht, lasse ich es. Ich bin ein freier, selbstbestimmter Mensch, mir ist es egal, was andere von mir halten, mir ist es egal, ob mein Mann sich die Nägel lackiert. Ich kann vieles, vieles kann ich auch nicht, aber es ist mir einfach egal, was davon damit zusammenhängt, dass ich eine Frau bin. Wie gesagt, dein Artikel klingt so voller Angriff, Krawall, Abwehr. Es ist toll, dass du die Liebe deines Lebens heiratest. Glückwunsch. Und wenn dich irgendwann, in ferner ferner Zukunft, der Wunsch nach Eigenheim, Kinderschar und Herdprämie überkommt - dann ist das auch in Ordnung. Jeder Mensch hat das Recht, so zu leben, wie er will und auch, seine Meinung durch bestimmte Umstände zu ändern. Du bist keine schlechte oder gute Frau, ob du den Namen deines Mannes annimmst, oder ob du deinen behältst. Bewertung, Verurteilung, Sich - Über - Andere - Stellen bringt nichts, ausser Frust und Unzufriedenheit.
    Ich wünsch euch von Herzen alles Gute, wie allen, die sich mutig in eine Ehe wagen.
    Love und Peace von Fruchtschnitte

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    1. Hallo Fruchtschnitte!
      Gut, dass du mit dir so im Reinen bist!
      Mir geht es leider nicht so, deswegen liest du aus meinem Artikel vielleicht auch "Krawall und Abwehr". Das ist ok. Was ich nicht ausdrücken will, ist Angriff und ich hoffe dass weder du noch andere sich von mir verurteilt fühlen. Wer (Zukunfts-)Träume hat, die sich von meinen unterscheiden, soll sie in jedem Fall ausleben, und auch, ohne sich von mir stirnrunzelnd bewertet zu fühlen. Hauptsache glücklich sein. Und das wünsch ich mir für mich auch.

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    2. Hi Elana, ich bin tatsächlich mit mir im Reinen. Nach einer gefühlten Ewigkeit, endlich. Ich fühl(t)e mich nicht angegriffen, ich meinte damit eher, dass ich mir dich so vorstelle, wie du die Ärmel hochkrempelst, wütend mit dem Fuß aufstampfst und betonst, wie unabhängig du bist, ha. Ich neige zu blühender Fantasie ;-)
      Ich wünsch dir auch, dass du glücklich wirst und bist.Ich musste eine Menge dafür tun, um glücklich zu sein, und bin sehr froh darüber.
      Alles Liebe, Fruchtschnitte

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    3. Ich bin es leider nicht, sonst würde ich über vielen Dingen drüberstehen, die in Wahrheit lächerlich sind, wie das mit den Hobbies, etc.
      Aber hey, der Beginn der Lösung ist die Erkenntnis des Problems... ;)

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  6. Ich habe mit 28 geheiratet, vor 3,5 Jahren und ich habe seinen Namen angenommen. Und ich finde mich trotzdem nicht spießig. Wir haben aus einem ganz einfachen grund geheiratet: Wir wollen für immer zusammensein. Und die heirat ist einfach die Art, dies auch offiziell zu machen. Natürlich kann man auch ohne Trauschein für immer glücklich zusammensein und auch mit kann eine Beziehung scheitern und ich verstehe es auch, dass manche nicht heiraten wollen und finde das auch vollkommen in Ordnung. Uns war aber immer klar, dass wir das wollen. Es macht Dinge einfacher. So blöd es ist, aber durch eine Heirat wird eben auch nach außen sichtbar, dass man zusammengehört, eben auch vor dem Gesetz. Man hat das Recht zusammenzusein. So blöd es klingt. Und für uns war das inzwischen schon mehrmals wichtig. Als Freundin bekommst Du eben nicht automatisch ein Visum für das Land, in dem Dein Freund arbeitet, oder einen Arbeitsplatz in der gleichen Region, so dass man zusammen wohnen kann. Als Ehefrau schon.

    Und was mein Mann immer sagt: "Stell Dir vor, mir passiert irgendwas und wenn wir nicht verheiratet wären, würden meine Eltern darüber entscheiden, ob lebenserhaltende Maßnahmen getroffen werden würden und nicht Du. Du müsstest einfach so zusehen."

    Und auch wenn ich eigentlich gar nicht so romantisch bin, unsere Hochzeit war wunderschön und tatsächlich einer der schönsten Tage in meinem Leben.

    Und zu der Sache mit dem Nachnamen: Ich bin auch mit meinem neuen Namen immernoch ich. Das mag möglicherweise daran liegen, dass ich vorher einen Allerweltsnachnamen hatte und aber einen eher seltenen Vornamen trage. Ich habe mich also schon immer eher durch meinen Vornamen identifiziert. Ich habe nach dem Studium geheiratet. Bis dahin sind mir im Alltag hauptsächlich Leute begegnet, die mich duzen. Nach der Heirat ging auch das Berufsleben los, plötzlich werde ich tagtäglich viel gesiezt und mit Nachnamen angesprochen. Nach schon einem Monat fühlte es sich ganz normal an und ganz "ich". Und wenn ich heute Leuten erzähle, dass ich einen anderen Mädchennamen habe, dann finden die das immer merkwürdig und können sich garnicht vorstellen das ich mal so hieß und auch mir kommt es mittlerweile komisch vor.

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    1. Freut mich, dass ihr so einen schönen Tag hattet!! ;D
      Ich bin ja noch ein bisschen hibbelig, hoffentlich wirds bei uns auch gut. Oder zumindest lustig.

      Die rechtlichen Unterschiede sind natürlich auch ein Thema, sowohl die Vor- als auch die Nachteile. (Wenn ich arbeitslos wäre, würde als Ehemann sein Gehalt gegengerechnet werden, und ich bekäme einige staatliche Unterstützungen nicht.)

      Visum etc. wusste ich nicht, danke für die Info!

      Und natürlich bist du mit deinem Namen noch du! Und man verändert sich ja auch (im besten Falle) mit der Zeit, weswegen es ja mancherorts üblich ist, für einen neuen Lebensabschnitt einen neuen Namen zu wählen.
      Es tut mir leid, wenn es anders rüberkam!

      Ich habe mich an meinen einfach so sehr gewöhnt. Wobei, "meiner" ja auch so eine Sache ist. Der meines Vaters. Und traditionell ging man bei der Hochzeit quasi von dessen Obhut in die Obhut des Ehemannes über, was sich durch den Namen deutlich machte.
      Ist heutzutage natürlich nicht mehr so. Aber ich habe immer noch manchmal das Gefühl, besonders heftig ausschlagen zu müssen gegen diese Implikation. Ich glaube, wer sich gut kennt und sich seiner Freiheit bewusst ist, kann da leichter drüberstehen. Und ich... tja, ich arbeite noch dran.

      Deswegen ist das ja auf gar keinen Fall ein "So ist es richtig, jetzt macht es alle nach oder ich verachte euch"-Artikel, sondern meine Gedankensammlung zu Themen, über die ich mir selbst unklar bin und nichts anderes machen kann, als meinen seelischen Ist-Zustand komplett mit Vorgeschichte mal niederzuschreiben.

      Eure Erfahrungen und Gedanken dazu sind sehr spannend, und es wird sicher interessant sein, diesen Bericht in 10 Jahren wieder auszugraben. ;D

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    2. Hey!
      Oh das mit dem Nachnahmen war auch gar nicht als Angriff oder sowas gemeint. Das ist einfach die Art wie ich ganz persönlich zu dem Thema stehe, zumindest was meine Entscheidung angeht. Ich finde es vollkommen in Ordnung wenn andere Leute anders entscheiden, Namen behalten, Doppelnamen, Namen der Frau annehmen, Namen des Mannes annehmen. Ist doch toll, das heutzutage alles möglich ist! Und ich finde es einzig und alleine wichtig, dass die beiden Personen die heiraten, sich da einig sind. Alles andere ist doch unwichtig. Und ich finde es gibt für jede Entscheidung nachvollziehbare Gründe.
      Und ich hoffe übrigens, dass auch euer Hochzeitstag einer, wenn nicht sogar der schönste Tag in Eurem leben sein wird!!

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  7. Ich wünsch euch beiden alles Gute! =)

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  8. Ich finde es cool, wenn jemand heiratet und seinen Namen annimmt. Es heißt zwar nicht, dass man nicht mehr man selbst wäre, wenn man den Namen seines Mannes annimmt, aber es demonstriert aus meiner Sicht doch noch mal ein Stück weit mehr Unabhängigkeit nach außen.
    Ein Mäuschen, das seinem Mann hörig ist, würde sowas auf jeden Fall nicht machen.

    In meinem Bekanntenkreis hat kürzlich ein Er ihren Namen angenommen. Und sie haben es bis zur Hochzeit niemanden verraten. Da war der "Aufschrei" noch größer. Regelrecht ein Skandal. Besonders seine Eltern haben sich dadurch irgendwie in ihrer Ehre verletzt gefühlt.
    Ich fands aber gut. Mutig und unkonventionell.

    Albern wär, wenn man da auf Teufel komm raus den Rebell spielen, und aus Prinzip alles anders machen will. Aber wenn es zur Persönlichkeit und zum allgemeinen Statement passt, finde ich sowas bewundernswert.
    ... und schade, dass andere sowas gern mal auf ihre eigene Situation beziehen, und dann skeptisch oder gar *kristisch* reagieren.

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    1. Ja, bei uns im Bekanntenkreis hat euch ein "er" ihren Namen angenommen. Und da merkt man erst, dass es doch noch nicht ganz egal ist, der musste sich nämlich schon blöde Kommentare anhören, und sein Vater auch. Echt schade.

      Bei einer anderen Freundin nehmen in der Familie alle Männer den Namen der Frau an, weil die so einen wohlklingenden Nachnamen haben, dass da bis jetzt jeder Mann auch mitmachen wollte. ;)

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  9. Sowas geht ja prinipiell auch immer niemanden was an. Ich wundere mich immer, über was die Leute sich so alles aufregen.
    Kann doch jedem egal sein, wie jemand anders nun mit Nachnamen heißt.
    Ich hab meinen Namen eigentlich nur abgegeben, weil mein Schwiegervater kurz vorher gestorben war und ich ihn unendlich gemacht habe. Er hätte sich so gefreut, wenn er noch mitbekommen hätte, dass wir heiraten. Hat er aber nicht und seinen Namen anzunehmen war mein kleines Geschenk an ihn. Ich verbinde mit meinem Nachnamen eh nicht viel. Also weder mit meinem eigenen noch mit meinem angenommenen. Ich fühle mich nichtmal angesprochen, wenn mich jemand mit meinem normalen Vornamen anspricht. So wichtig sind mir Namen gar nicht.

    Wir haben auch *nur* Standesamtlich geheiratet. Aber wir haben mit der Kirche nunmal nix am Hut und nur wegen der größeren Feier, das hätte ich jetzt auch irgendwie blöd gefunden.

    War trotzdem schick. Aber vielleicht bin ich auch irgendwie unromantisch. Ich mags gar nicht sagen, aber meine Hochzeit war definitiv nicht der schönste Tag meines Lebens...dafür haben unsere querbeet zerstrittenen und kunterbunt geschiedenen Familien schon gesorgt.^^

    Lieben Gruß
    Kris

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    1. Hehe Kris, das mit den Namen kenne ich auch! Ich identifiziere mich so gar nicht über meine Namen, merke aber, dass ich auch andere nicht über ihre Namen identifiziere, ich spreche zum Beispiel niemals jemanden mit Namen an. Ich sage "Tschüss" und nicht "Tschüss XYZ" und die Leute finden das komisch und denken, ich hätte ihre Namen vergessen. Wäre mir nie aufgefallen, hätte man mich nicht darauf hingewiesen.

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    2. Hach...das beruhigt mich ja mal. Ich mach das auch nie.
      Ich mein das aber auch gar nicht unhöflich. Aber irgendwie sind Namen mir halt nicht wichtig.

      Ich merk mir auch nie Straßennamen, aber ich weiß trotzdem immer, wo ich hin muss. Dafür weiß ich halt alles andere.
      Ich bin ja nicht desorientiert, ich weiß nur die Namen der Straßen nicht.

      Lieben Gruß
      Kris

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    3. Hi nochmal Kris, das mit deinem Schwiegervater ist traurig, aber eine sehr rührende Geschichte. Mein Vater ist auch schon gestorben, und ich bin quasi die Letzte mit seinem Namen.

      Wie gesagt, keinesfalls wollte ich "Einnamigen" Familien ihre Unabhängigkeit voneinander absprechen. Es ist im Endeffekt ja nur ein Name! Und dass es mir (als ich persönlich, nicht als Konzept für die Welt) trotzdem was ausmacht, liegt ja an meinen inneren Konflikten, die dadurch sehr schön beleuchtet werden. Ist ja für mich irgendwie spannend, was da alles für vergrabene Ängste in mir zu Tage kommen.

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  10. Du fasst ziemlich gut die Gedanken zusammen, die zu dem Thema auch in meinem Kopf umherschwirren, ich bin zwar erst 24, aber immerhin mit meinem Freund zusammen, seit ich 14 bin... Ich war immer gegen heiraten, aus Prinzip. Er dafür. Warum nicht sagt er. Und man hat finanzielle Vorteile. Klingt unromantisch? Tja, Die Ehe ist auch eine Institution, unsere Beziehung nicht. Ich weiß nicht. Würde er mich fragen, könnte ich nicht nein sagen.

    Und die Geschichte mit den Hooligans ist unglaublich toll, das würde ich später beim Stricken auf dem Schaukelstuhl auch gerne meinen Enkelkindern erzählen können. Leider werde ich ihnen sagen müssen "Papa hat sich an Mama rangemachtm als sie zum ersten Mal besoffen war." ;)

    Ihr scheint euch gut zu kennen, wisst worauf ihr euch einlasst, ich kann nichts unfeministisches daran erkennen, nur zwei Liebende, die gerne zusammen sein möchten.

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    1. "Leider werde ich ihnen sagen müssen "Papa hat sich an Mama rangemachtm als sie zum ersten Mal besoffen war." ;)"

      Hehe...ja, das ist natürlich auch ne super Geschichte!
      Aber meine ist auch nicht besser. Wir haben uns im Internet kennengelernt. Das klingt auch immer so super klischeemäßig und unromatisch. Aber was soll's. Heutzutage dürfen die meisten Kinder sich wohl schon freuen, wenn ihre Eltern überhaupt noch zusammen sind.

      Lieben Gruß
      Kris

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    2. Dani, (ich sprech dich jetzt hier mal mit dem Vornamen, falls er denn stimmt, an, obwohl ich das sonst auch nicht tue, aber ich kann auf dein Kommentar nicht direkt antworten.)

      Warum bist gegen's Heiraten,einfach nicht notwendig oder hast du andere Gründe?

      Ha, die Geschichte für deine Kinder ist aber schon auch witzig, vor allem, wenn du es so formulierst. ;D

      Und Kris, für deine Kinder wird Internet mal das Normalste auf der Welt sein, die finden das sicher nicht uncool! ^^

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    3. Hui, ich bin etwas spät, aber vielleicht liest du es ja noch.

      Ich habe mich einfach schon immer, auch als Mädchen gefragt, warum man eine zwischenmenschliche Beziehung in einen stastlichen Rahmen, in eine Insitution pressen/umwandeln whatever muss. Das war mir nicht klar. Heute verstehe ich: Der Staat möchte einen bestimmten "Lebensstil" schützen, die Familie. Aber irgendwie passt das doch alles gar nicht mehr - Menschen heiraten und bekommen keine Kinder, Menschen heiraten und lassen sich scheiden, Patchworkfamilien, Alleinerziehende, Homosexuelle Paare, denen das Recht auf die Ehe und die Familie verwehrt wird uswusf. Irgendwie ist die Ehe deswegen für mich so unzeitgemäß. Und was interessiert es den Staat, wenn ich einfach nur ein Gelübde ablegen will? Das kann ich auch alleine mit ihm, oder vor Freunden und Familie machen.
      Deswegen sage ich auch, dass ich, obwohl ich die Ehe für überholt halte, auch trotzdem heiraten würde - wegen der Vorteile. Klingt natürlich scheiße, aber das heißt ja nicht, dass ich meinen Freund nicht liebe, das tue ich sowieso. Aber einen Vertrag mit/unter dem/für den Staat gehe ich nur ein, wenn ich davon auch was habe, ansonsten hat der in meinen Privatangelegenheiten nix zu suchen.

      Ich hoffe, mein Punkt ist klar geworden und kommt nicht hatermäßig rüber ;) Natürlich freue ich mich über jedes glückliche Paar, ob es nun heiratet oder nicht, Liebe ist was schönes!

      Und ach ja, die Kennenlerngeschichte... Wenn ich mal Kinder habe, werden die die ihrer alten feministischen Mutter wohl eh nicht glauben, das sehe ich schon kommen ;)

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  11. Im Grunde ist, dass die schönste Liebeserklärung die ich je gelesen habe :) Sch*** auf alle anderen...ihr macht das schon! Ich wünsch euch für den Rest eures gemeinsamen Lebens unendlich viel Glück.

    Liebe Grüße

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  12. Sehr schöne und kritische Betrachtung zum Thema Hochzeit/Liebe!
    Sei froh, dass du weißt was du willst und was du nicht willst. Andere wissen es nicht so genau und orientieren sich deshalb gerne an anderen, weil sie zumindest hoffen darin ihr Glück zu finden.

    Ich wünsch euch beiden alles Gute!

    Alles Liebe
    LaGusterina

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